Bibelarbeiten: Bibelarbeit zu Psalm 115

erstellt von Michael Strauch


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1. Ein Wort zuvor:

Gedanke:

Dieser gesungene Zuruf und die gesungene Antwort ist tief im altjüdischen Brauch zu suchen. Wenn evangelische Christen diese Art des Psalmgebets als 62;katholisch" abwerten, dann muß hier gesagt werden, daß die katholische Variante die biblische ist.

2. Inhalt

Zwei Strophenblöcke wie folgt:

Nicht hochmütig sollen wir auf die Menschen herabschauen, die ihren persönlichen Hausgöttern dienen und doch nicht geholfen bekommen. Auch uns gilt der Ruf ab Vers 9: Vertrau auf Gott allein. Die Priester rufen es der Gemeinde Gottes zu. Vertrau auf den Herrn. Er wird Dir helfen. Er ist die Hilfe, und er ist ihr Schild. Das Schild, hinter dem man sich im Kampfgetümmel verbergen kann. Das Schild des Glaubens, das auszulöschen vermag alle feurigen Pfeile des Bösen. Wie aber kann ich glauben? Wie kann ich glauben, wenn die Sorgen und das Leid kein Ende nehmen? Wie kann ich glauben, wenn die Nöte wie dickflüssiger Schlamm und Morast mir bis an die Kehle dringen? Muß ich mir immer sagen, dass der Herr schon helfen wird? Nein. Sondern ich muß mich einfach nur ducken und verbergen hinter dem großen Schild Gottes. Das meint: ich darf und soll singen, beten, Gottes Verheißungen lesen. Ich darf weinend singen, beten und lesen. Ich darf zweifelnd, wütend und verzagt singen, beten und lesen. Und wenn ich nicht mehr beten kann, dann kann ich es Gott sagen, dass ich nicht mehr beten kann. Und siehe, ich bete schon. Es geht im Glauben nicht um Helden, nicht um unechte Formelsprüche. Wie oft verbirgt sich die eigene Ehre dahinter. Gott kennt mich doch! Und liebt mich doch! Warum, warum nur fürchte ich mich, ihm alles zu sagen? Gewiss, die Frommen sagen: Danken schützt vor Wanken und Loben zieht nach oben! Das mag richtig sein, aber die Psalmen geben dem Menschen viel mehr Raum. Meine ich, ich kann Gott was vormachen, was nicht ist? Das ist ja gerade das Schöne, daß ich vor Gott sein kann, wie ich bin. Und wenn ich wirklich mit leeren Händen, mit leerem Glauben, mit leeren Worten und nackten Füßen vor Gott stehe, werde ich erfahren, wie er mich kleidet, wie er mich versteht und wie er hilft. Er wird mich segnen. Und weil Gott so ist, gebührt ihm doch wirklich alle, alle Ehre.